Die letzten fünf JahreEin Musical von Jason Robert BrownMusikalische Leitung: Uwe Kohls Premiere: Coburg, 22. Februar 2008
Jason Robert Brown, Jahrgang 1970, gilt als einer der klügsten und
raffiniertesten Komponisten und Songschreiber des Broadway seit Steven
Sondheim: „Ein führendes Mitglied einer neuen Generation von
Komponisten, die zu großen Hoffnungen für das amerikanische Musical
Anlass geben“ – so die New York Times.
Kathrin Liebhäuser, Dramaturgin, im Gespräch mit Susanne Knapp:Kathrin Liebhäuser: „Die letzten fünf Jahre“ ist in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnliches Musical. Keine Personalschlacht, sondern ein intimes Kammermusical für zwei Personen. Auch der Aufbau des Stückes ist ungewöhnlich. Worum geht es? Susanne Knapp: Es wird eine fünfjährige Beziehungsgeschichte durchlebt. Vom ersten Rendezvous über die Hochzeit zur Trennung. Cathy, eine Schauspielerin, durchlebt die Geschichte rückwärts, Jamie, erfolgreicher Schriftsteller, vorwärts. Beide Erzähl-Perspektiven treffen sich im Stück nur einmal wirklich zeitgleich: wenn Jamie und Cathy heiraten. Diese Struktur gibt Ihnen als Regisseurin ganz schön anspruchsvolle Vorgaben ... Ich find es interessant, dass dieses Stück so klar strukturiert ist.
Ich finde, dass Gerüste und Formen unheimlich befreien können. Ihr Verhältnis zu Musical an sich ...? Musical ist eine Herausforderung für mich. Das Leichte ist das
wirklich Schwere. Doch es geht schließlich auch im Musical - wie in der
Oper – darum, Geschichten authentisch zu erzählen. Ich denke, im Musical
suchen sich die Geschichten der Menschen ein anderes, ein leichteres
Kostüm. Das Stück spielt zum großen Teil in New York. Wie wichtig ist die Stadt als Schauplatz im Hintergrund? Amerika steht vor allem für den Einfluss auf unser Bild von der
modernen Welt. Jamie und Cathy leben mit Erfolgsdruck, Schönheitswahn,
Telefonterror. Aber eben auch mit dem großen Traum von der Liebe, die
erlösen und retten soll. Das ist wie im Märchen, wo der Prinz die
Prinzessin wach küsst oder der Frosch sich in den Traummann verwandelt.
Das klingt vom Inhalt her alles ziemlich anspruchsvoll für ein Musical. Ja, aber anspruchsvoll heißt ja nicht humorlos. Im Gegenteil. Mit Abstand betrachtet ist alles absurd. Das eigene Leben aus der Vogel-Perspektive gesehen, ist oft viel lustiger als es sich erst mal anfühlt. Und man kann Dinge leichter betrachten. Das versuchen wir in unserer Arbeit auch. Hier geht es ja schließlich um die Liebe. Die hat zwar Ecken, Kanten und ein Ende, aber eben vor allem auch viel Rhythmus, Hingabe, Witz und Leichtigkeit.
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